© Salzburger Festspiele

Die Mezzosopranistin Nadine Weissmann hat internationale Aufmerksamkeit an der Spitze der neuen Generation von Wagnerinterpreten erregt. 

Diese Saison beginnt mit Konzerten bei den Achava-Festspiele in Erfurt mit der Weimarer Staatskapelle, dann folgt das Debüt am Royal Opera House Covent Garden in David McVicars Zauberflöte.  An der Komischen Oper wird Pelléas et Mélisande im Frühjahr wieder gezeigt mit Nadine als Geneviève.  Mit der Zuger Sinfonietta unter Daniel Huppert singt sie im Mai Wagners Wesendoncklieder, und im Juni ist sie mit Beethovens Neunter unter Patrick Lange zu Gast in Wiesbaden beim Hessischen Staatsorchester. Ende der Saison folgt ihr Debüt bei den Budapester Wagner-Tagen als Götterdämmerungs-Waltraute unter Ádám Fischer sowie ein konzertanter dritter Akt von Siegfried bei den Bregenzer Festspielen.

Spannende Aufgaben gab es in der letzten Saison. Die Wiederaufnahmen von Verdis Maskenball am DNT Weimar begeisterten Publikum und Presse.  Nadine sang erstmals mit dem Bournemouth Symphony Orchestra, Krill Karabits dirigierte Mahlers Zweite Sinfonie.  Im nächsten Auftritt mit der Staatskapelle Weimar unter Lothar Zagrosek sang Nadine Schönbergs Lied der Waldtaube aus den Gurreliedern.  Es folgte das Debüt in Korea mit Achim Freyers neuem Rheingold in Seoul als Erda an der Seite vieler Bayreuther Kollegen.  Im Frühjahr ging sie als  Gast der Komischen Oper Berlin erneut auf Zauberflöten-Tournee, dieses Mal nach Australien und Neuseeland.  Anfang April debütierte sie in der Tonhalle Düsseldorf unter Ádám Fischer erneut mit Mahlers Zweiter.  In der Osterzeit wirkte sie als Schwertleite beim Benefizkonzert zu Gunsten des Staatstheaters Augsburg mit.  Kurzfristig sprang sie im Juni am Theater Chemnitz im Siegfried als Erda ein.  Ein besonderes Highlight erfolgte im Sommer bei ihrem Debüt bei den Salzburger Festspielen als Cupidon in Barrie Koskys neuer Produktion von Orphée aux enfers.  

Die vorletzte Spielzeit startete mit Verdis Requiem in Erfurt und Weimar, einem konzertanten dritten Akt Walküre beim Musikfest Berlin unter Donald Runnicles mit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin in der Philharmonie, gefolgt von Pelléas et Mélisande, neu inszeniert von Barrie Kosky an der Komischen Oper Berlin.  Kurzfristig übernahm Nadine die letzten fünf Vorstellungen als Quickly an der Opéra Bastille unter Fabio Luisi an der Seite von Bryn Terfel als Falstaff; zeitgleich sang sie die Zauberflöte mit der Komischen Oper als Gastspiel an der Opéra Comique in Paris. Im Winter sang sie Konzerte mit Schumanns Faustszenen in der Victoria Hall in Genf mit dem Orchestre de la Suisse Romande, das Frühjahr begann mit einer weitere Zauberflöten-Tournee in Japan. Eine Rückkehr an ihr altes Haus, dem Deutschen Nationaltheater Weimar, für Rollendebüts als Ulrica in Un ballo in maschera und die besondere Aufgabe, am Ort der Uraufführung Dalila in Samson et Dalila mit der Staatskapelle Weimar zu singen, rundeten die Spielzeit ab.  

Im Herbst 2016 gab sie ein gefeiertes Rollendebut als Ježibaba in Barrie Koskys Rusalka an der Komischen Oper Berlin, außerdem war sie in Eutin mit dem Verdi Requiem zu hören und als Schwertleite in Konzerten des dritten Aktes Walküre mit und im Concertgebouw Amsterdam unter Valery Gergiev. Einen Ausflug in eine neue Fachpartie gab es im Dezember als Fricka/Waltraute mit Loriots Ring and einem Abend im Münchener Gasteig und der Staatskapelle Weimar unter Kirill Karabits. 2017 wurde mit 17 Zauberflöten an der Pariser Bastille eingeläutet, im Frühjahr kam die vielbeachtete Neuproduktion von Aribert Reimanns Medea an der Komischen Oper, dicht gefolgt von einer konzertanten Rheingold-Tournee mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester. Im  5. Sommer in Folge kehrte sie als gefeierte Erda und Schwertleite zu den Bayreuther Festspielen zurück. Im Juni wurde sie in die Liste der "Fellows of the Royal Academy of Music" aufgenommen.

2016 begann mit 12 Zauberflöten am Teatro Real, Madrid, gefolgt vom Dresdener Semperoperndebut als Schwertleite unter Christian Thielemann.  Ihr Rollendebut als Laura in La Gioconda am Musiktheater im Revier wurde zum großen Publikumserfolg, danach verbrachte sie ihren vierten Sommer bei den Bayreuther Festspielen. 

 

Ihr lang erwartetes Berliner Operndebüt gab sie im September 2014 als Dritte Dame in Barrie Koskys Zauberflöte an der Komischen Oper.  Ein Wiedersehen mit einer ihrer Paraderollen, Carmen, gab es am Landestheater in Bregenz, direkt gefolgt von ihrem Debüt an der Bayerischen Staatsoper in München als Flosshilde, Schwertleite sowie einspringend als Zweite Norn unter Kirill Petrenko.  Ein dritter Sommer in Bayreuth schloss die Saison ab, dann kam ein Gastspiel der Komische Oper beim Edinburgh Festival mit der Zauberflöte. Die Uraufführung eines Orchesterliederzyklus mit der Staatskapelle Weimar sowie Beethovens Neunte ließen das Jahr 2015 ausklingen. 

 

Im Herbst 2013 gab sie ihr Debut am Palau de les Arts, Valencia, als Schwertleite unter Zubin Mehta.  Den Jahreswechsel beging sie mit der Robert-Schumann-Philharmonie im Theater Chemnitz mit Beethovens Neunter. Im Februar war sie in Verdis Requiem in Bonn zu hören, im April folgte eine Rückkehr ans Auditori Barcelona für den zweiten Alt in Mahlers Achter Symphonie. Eine konzertante Rusalka sang sie im Concertgebouw Amsterdam im Mai.  Im Sommer kehrte sie zu den Bayreuther Festspielen für den Ring-Zyklus zurück. 

 

Die Saison  2012/13 startete mit der Brahms Alt-Rhapsodie an der Opéra de Bordeaux und Beethovens Missa solemnis in Mulhouse.  Das neue Jahr wurde mit drei Beethovens Neunten mit der Staatskapelle Weimar eingeleitet, kurz darauf folgten mit dem selben Orchester drei Mal Berlioz Les nuits d'été Liederzyklus. Weitere Beethoven Neunte und Das Rheingold als Erda und Flosshilde folgten mit dem Liceu Barcelona im Frühling.  Die Krönung war das gefeierte Debut als Erda und Schwertleite bei den Bayreuther Festspielen im neuen Ring von Frank Castorf und Kirill Petrenko.

 

Die Spielzeit 2011/12 begann mit Vorstellungen von Die tote Stadt an der Oper Frankfurt.  Ende 2011 folgten eine Brahms Alt-Rhapsodie in Eutin und Ausschnitte aus Ligetis Le grand Macabre mit dem DSO Berlin in der Philharmonie.  Einer Neuproduktion von The Rake's Progress am Opéra Théâtre de Saint-Étienne im Frühjahr 2012 folgte ein Elias an der Alten Oper Frankfurt.  Sieben Konzerte in Mecklenburg-Vorpommern mit der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin rundeten den Sommer ab.

 

Im Herbst 2010 kehrte sie nach Madrid zurück, um als Cover für die Rolle der Leokadja Begbick in Weills Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny zu arbeiten, darauf folgte Mathis der Maler an der Pariser Bastille unter Christoph Eschenbach in einer Neuinszenierung von Olivier Py.   2011 begann mit Konzerten der "Wesendonck-Liedern", dann folgten Parsifal in Barcelona, Filipjewna in Eugen Onegin in Bilbao und Ring-Wiederaufnahmen in Weimar.  Sie beendete die Spielzeit mit einem Benefizkonzert als ehemalige Preisträgerin des Rheinsberg Festivals.

 

Zu Beginn der 2009/10 Spielzeit gab sie ihr Debut in Falstaff als Quickly an der Finnish National Opera in Helsinki, kurz darauf folgte ein Debut in Bilbao als Marthe in Faust.  2010 begann mit ihrer ersten Mary in Der fliegende Holländer am Teatro Real in Madrid, gefolgt von ihrer ersten Mahler 2 in Weimar.  Debuts als Brigitta in Die tote Stadt an der Opéra national de Lorraine in Nancy und am Teatro Real folgten danach, sowie das Open-Air Konzert Spanische Nacht mit der Staatskapelle Weimar als krönender Saisonabschluss.

 

In der Saison 2008/2009 schloss sie den Ring in Weimar als Erda (Rheingold/ Siegfried), Schwertleite (Walküre), und 2.Norn/ Waltraute (Götterdämmerung) ab.  Im Januar war sie in Lissabon mit dem Gulbenkian Orchestra unter Lawrence Foster in Elektra zu hören.  Als Einspringer bei der Staatskapelle Halle mit den Berio Folk Songs unter Karl-Heinz Steffens setzte sie ein Highlight im Februar.  Beethovens 9.Sinfonie sang sie im Frühjahr sowohl in Weimar als auch in Lissabon.  Ihr Debut bei den Berliner Philharmonikern gab sie im Mai als zweiter Alt im Elias unter Seiji Ozawa. 

 

Nadine Weissmann ist Gewinnerin des Orchester-Preises beim internationalen Wagner-Wettbewerb der Oper von Seattle und war im August 2008 unter der Leitung von Asher Fisch dort mit großem Erfolg zu hören.  Im Juli sang sie am Nationaltheater Weimar ihren ersten kompletten Ring-Zyklus und gab ihre Rollendebuts als zweite Norn und Waltraute in der Götterdämmerung.  Arthaus hat den Zyklus auf DVD herausgebracht. 

 

Die Spielzeit 2007/2008 begann mit der Premiere von Siegfried am DNT, in dem sie ihre zweite Erda sang. Hoch gelobt wurde seit Januar dort ihre neue Carmen, begleitet von der Staatskapelle Weimar unter Martin Hoff.  Im Mai gab sie ihr  Debut am Gran Teatre del Liceu  als Schwertleite in den konzertanten Aufführungen der Walküre unter der Leitung von Sebastian Weigle neben Plácido Domingo.

 

In der Spielzeit 2006/2007 war sie als Gast in Weimar  Erda im Rheingold.  Ende des Jahres war sie konzertant mit dem Gulbenkian Orchester wieder in Lissabon zu erleben und in der Missa solemnis in Santiago de Compostela.  Im Januar ihr Debut als Emilia im Otello an der Opéra de Monte-Carlo unter Daniele Callegari.  Ab Februar 2007 war sie festes Ensemblemitglied am Deutschen Nationaltheater Weimar und auch in der Walküre als Schwertleite zu hören.  Im März erschien die Deutsche Grammophon CD Duets  mit Anna Netrebko und Rolando Villazon unter Nicola Luisotti, auf der Nadine als Giovanna im Duett aus Rigoletto zu hören ist.  Am Ende der Spielzeit konnte Nadine eine neue Verdi-Partie in ihr Repertoire aufnehmen: die Federica in Luisa Miller, ebenfalls in Weimar.

 

Im September 2005 war sie Finalistin im Opernwettbewerb von Marseille und Preisträgerin des Hilde Zadek Gesangswettbewerbes in Wien.  Im Dezember war sie als Carmen in Nordhausen zu hören und als Baba the Turk in Lübeck.  Im Januar 2006 gewann sie den zweiten Preis, den Wagner-Preis, und den Sonderpreis von Sao Paolo beim Francisco-Viñas-Wettbewerb in Barcelona.


Außerdem war sie im März 2006 im Thomas-Quasthoff-Meisterkurs und im Abschlusskonzert in der Weill Hall der Carnegie Hall zu hören.  Im April gab sie ihr Debut als Herodias in Salome mit dem Gulbenkian Orchester in Lissabon unter Lawrence Foster.  Im Juni sang  sie erstmals die Florence Pike in Albert Herring in Lübeck.  Im Sommer debütierte sie als Cover der Duenna in Betrothal in a Monastery beim Glyndebourne Festival und sang die Herodias auch am Deutschen Nationaltheater Weimar.

 

In der Spielzeit 2004/2005 war sie als Carmen am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin zu hören;  im März und April sang sie in The Rake's Progress erneut die Rolle der Baba erstmals am Theater Hagen. Ebenfalls im März war sie als Solistin im Konzerthaus Berlin und im Radio unter Lawrence Foster mit dem RSB in Bernsteins Jeremiah -Symphony zu hören.

 

Vom März 2002 bis Juli 2004 war sie bei den Städtischen Bühnen Osnabrück engagiert. Dort war sie neben diversen Partien bereits als Marcellina (Figaro), Old Lady (Candide), Maddalena (Rigoletto), Dorabella (Così fan tutte), Gräfin Helfenstein (Hindemith: Mathis der Maler), Anita (West Side Story) und Annina (Der Rosenkavalier) zu sehen; besonders erfolgreich war ihr Rollendebut als Carmen unter Lothar Koenigs.  Im August 2004 wurde sie unter hunderten Sängern als einzige Deutsche in die Endrunden des Operalia-Wettbewerbs gewählt.

 

In den Jahren 2000-2002 hat sich Nadine mit Konzerten im Rahmen der Kammerkonzertreihe des DSO Berlin, mit Uraufführungen neuer Musik und in Liederabenden in und um Berlin vorgestellt. Nach ihrer Rückkehr aus den USA nahm sie an zahlreichen Wettbewerben erfolgreich teil, erhielt u.a. einen Sonderpreis beim Francisco-Viñas-Wettbewerb und war Finalistin im Bundeswettbewerb Gesang. Als Preisträgerin des Wettbewerbes Kammeroper Schloß Rheinsberg trat sie im Sommer 2002 dort als Klytämnestra in Glucks Iphigenie in Aulis und bei der Operngala auf.

 

Nadine Tamira Weissmann wurde 1974 in Berlin geboren. Schon während ihrer Zeit an der John -F.-Kennedy Schule konnte sie ihre Leidenschaft für Gesang in diversen Musikrichtungen als Solistin bei Konzerten und Musicals ausleben. Nach dem Abitur wurde sie an der Londoner Royal Academy of Music angenommen und machte dort 1997 ihren Bachelor of Music. Zum Aufbaustudium ging sie an die renommierte Indiana University in Bloomington, wo sie bei Virginia Zeani studierte. Neben ihrer Ausbildung trat sie als Solistin in Oratorien und Konzerten auf und sang unter anderem die Old Baroness in Barbers Vanessa und die Baba in Strawinskys The Rake’s Progress, beide unter Imre Palló. Nach ihrem Master of Music 1999 wurde ihr ein Stipendium als Gesangsassistentin verliehen, mit dem sie ein weiteres Jahr studierte und ein Performer Diploma erhielt. Sie besuchte im Laufe ihres Studiums viele Meisterkurse, u.a. bei Brigitte Fassbaender und Marjana Lipovšek.  Gesanglich wird sie von Anneliese Fried und Jean-Ronald LaFond betreut.

 

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